KfW-Kredit 134 nach dem Februar-Update: Was die neuen Konditionen für Wohnungsgenossenschaften bedeuten
Aktualisiert: 22. Okt.
Am 3. Februar 2026 hat die KfW das Programm 134 grundlegend aufgewertet: Der Förderhöchstbetrag für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen stieg von 100.000 auf 150.000 Euro, der Tilgungszuschuss verdoppelte sich auf 15 Prozent. Für Wohnungsgenossenschaften und ihre Mitglieder verändert das die Finanzierungsrechnung erheblich.
Die Grundlagen des Programms erklärt unser Überblicksartikel KfW-Kredit 134: Förderung genossenschaftlichen Wohnens.

Rechtsstand: August 2026 · Dieser Beitrag richtet sich an Vorstände, Aufsichtsräte und Mitglieder von Genossenschaften.
Das Wichtigste in Kürze
Förderhöchstbetrag steigt von 100.000 auf 150.000 Euro pro Wohnung.
Tilgungszuschuss verdoppelt sich auf 15 Prozent – bis zu 22.500 Euro Ersparnis
Flexiblere Laufzeiten: 4 bis 35 Jahre Kreditlaufzeit sowie 5 oder 10 Jahre Zinsbindung
Antrag über die Hausbank vor Abschluss des Kaufvertrags.
Kombination mit weiteren Förderprogrammen (z. B. Länderförderung) möglich
Was sich seit Februar 2026 geändert hat
Das KfW-Programm 134 fördert seit 2018 den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zum Zweck der wohnungswirtschaftlichen Eigennutzung. Es richtet sich an Privatpersonen, die erstmalig oder zusätzlich Anteile an einer Wohnungsgenossenschaft erwerben, um eine Genossenschaftswohnung zur Selbstnutzung zu beziehen.
Die wesentlichen Änderungen im Überblick: Der Förderhöchstbetrag wurde von 100.000 auf 150.000 Euro pro Wohneinheit angehoben. Der Tilgungszuschuss wurde von bislang 7,5 auf 15 Prozent verdoppelt. Wer den maximalen Kreditbetrag ausschöpft, erhält somit einen Tilgungszuschuss von bis zu 22.500 Euro – zuvor waren es lediglich 7.500 Euro. Zudem wurden die möglichen Kreditlaufzeiten auf 4 bis 35 Jahre erweitert. Je nach gewählter Laufzeit kann zu Beginn zwischen einer Zinsbindung von 5 oder 10 Jahren gewählt werden.
Praktische Bedeutung für Wohnungsgenossenschaften
Die Verbesserung des Programms erweckt in erster Konsequenz den Eindruck, dass lediglich das einzelne Mitglied von der Anpassung profitiert. In der Praxis kristallisieren sich jedoch auch Vorteile für die Genossenschaften heraus. Höhere Geschäftsguthaben stärken die Eigenkapitalbasis, was für Modernisierungsvorhaben und energetische Sanierungen relevant ist. Die niedrigere Einstiegshürde für neue Mitglieder erleichtert die Mitgliedergewinnung, insbesondere in Regionen mit hohen Genossenschaftsanteilen.
Für Genossenschaften, die Neubauprojekte planen oder umfangreiche Sanierungen durchführen, kann die erhöhte Förderung ein Argument in der Mitgliederkommunikation sein: Wer höhere Anteile zeichnet, erhält mehr Förderung. Die Genossenschaft wiederum verfügt über mehr Eigenkapital für ihre Investitionen.
Antragstellung: Was Mitglieder beachten müssen
Der Antrag für den KfW-Kredit 134 wird nicht direkt bei der KfW gestellt, sondern erfolgt bei einem Finanzierungspartner. Wichtig: Der Kredit muss vor Abschluss des Beitrittsvertrags oder der Anteilszeichnung beantragt werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
Die Kreditwürdigkeitsprüfung erfolgt durch den Finanzierungspartner, der den KfW-Kredit vermittelt. Ob und in welchem Umfang Sicherheiten verlangt werden, entscheidet die finanzierende Bank. Die KfW selbst macht hierzu keine festen Vorgaben; Art und Höhe der Sicherheiten werden zwischen Bank und Kreditnehmer vereinbart.
Rechenbeispiel: Was 15 Prozent Tilgungszuschuss ausmachen
Ein Mitglied möchte weitere Geschäftsanteile in Höhe von 80.000 Euro zeichnen, um in eine sanierte Dreizimmerwohnung einzuziehen. Vor der Zeichnung beantragt das Mitglied den KfW-Kredit 134 in voller Höhe. Daraus ergibt sich bei 15 Prozent ein Tilgungszuschuss von 12.000 Euro, welcher die Summe der Kreditrückzahlung mindert. Der tatsächlich zurückzuzahlende Betrag bemisst sich nach Abzug des Zuschusses nur noch auf 68.000 Euro.
Zum Vergleich: Vor der Änderung hätte dasselbe Mitglied bei 7,5 Prozent lediglich 6.000 Euro Tilgungszuschuss erhalten. Der Effekt des erhöhten Tilgungszuschusses ist damit unmittelbar spürbar.
Kombination mit anderen Förderprogrammen
Der KfW-Kredit 134 lässt sich grundsätzlich mit anderen öffentlichen Förderprogrammen kombinieren. Dazu können – je nach Förderbedingungen – auch Wohn-Riester sowie Förderprogramme der Länder und Kommunen gehören. Voraussetzung ist, dass die Summe der öffentlichen Fördermittel die förderfähigen Kosten nicht übersteigt.
Für Genossenschaften mit umfassenden Sanierungsvorhaben kann die Kombination von KfW 134 für Genossenschaftsanteile und KfW-Programmen für energetische Sanierung (etwa KfW 261/262) eine Gesamtförderkulisse ergeben, die sowohl Mitglied als auch Genossenschaft entlastet. Die Förderlandschaft 2026 für Genossenschaften im Gesamtbild beschreibt unser Überblicksartikel zu den Förderprogrammen.
Was passiert bei Kündigung oder Austritt?
Die Programmbedingungen sehen vor, dass die geförderte Genossenschaftswohnung innerhalb von zehn Jahren nach der Kreditzusage selbst als Hauptwohnsitz genutzt wird. Wird die Selbstnutzung innerhalb dieses Zeitraums aufgegeben oder der Genossenschaftsanteil gekündigt, kann die KfW den Kredit kündigen. Zudem wird der Tilgungszuschuss anteilig zurückgefordert.
Bei Genossenschaftsanteilen stellt sich zudem die Frage der Auseinandersetzungsfrist. Das GenG sieht in der Regel eine Kündigungsfrist von mindestens einem Jahr vor (§ 65 GenG), wobei die Satzung längere Fristen von bis zu fünf Jahren vorsehen kann. Das Auseinandersetzungsguthaben wird erst nach Feststellung der Bilanz für das Geschäftsjahr ausgezahlt, in dem die Kündigung wirksam wurde. Potenzielle Mitglieder sollten diese Zeitläufe kennen, bevor sie den KfW-Kredit beantragen.
Häufige Fragen
Was hat sich beim KfW-Kredit 134 seit Februar 2026 geändert?
Der Förderhöchstbetrag stieg von 100.000 auf 150.000 Euro pro Wohnung, und der Tilgungszuschuss erhöhte sich von 7,5 auf 15 Prozent. Außerdem wurden die Laufzeitoptionen auf 4 bis 35 Jahre erweitert.
Wer kann den KfW-Kredit 134 beantragen?
Antragsberechtigt sind natürliche Personen, die Genossenschaftsanteile zum Zweck der Eigennutzung einer konkreten Wohnung erwerben. Der Antrag läuft über die Hausbank, nicht direkt über die KfW.
Wie hoch ist der Tilgungszuschuss beim KfW 134?
Seit Februar 2026 beträgt der Tilgungszuschuss 15 Prozent des Kreditbetrags. Bei voller Ausschöpfung von 150.000 Euro entspricht das einem geschenkten Betrag von 22.500 Euro.
Kann der KfW 134 mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden?
Ja. Eine Kombination mit Wohn-Riester, kommunalen Wohnraumförderprogrammen und einzelnen Länderprogrammen ist grundsätzlich möglich. Doppelförderung desselben Kostenanteils ist jedoch ausgeschlossen.
Welche Vorteile hat die Förderung für Wohnungsgenossenschaften selbst?
Genossenschaften profitieren indirekt: Die Förderung senkt die Einstiegshürde für neue Mitglieder, stärkt die Eigenkapitalbasis durch höhere Geschäftsguthaben und erleichtert Modernisierungsvorhaben, weil mehr Mitglieder höhere Anteile zeichnen können.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung.
Für eine individuelle Einschätzung oder Unterstützung steht Ihnen der Genossenschaftsverband der Länder e.V. (GVdL) gern zur Verfügung. Kontakt: Kathrin Becher, info@gvdl.de, www.gvdlverband.de.



Kommentare